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Januar 2008

Die Umweltverträglichkeit von Papier- oder Stoffsystemen zur Händetrocknung


Einführung


Das Bewusstsein dafür, unseren Planeten und die Umwelt zu schützen, wächst und ist allgegenwärtig.
So widmet sich das „European Tissue Symposium“ ebenfalls intensiv den Themen Umwelt und Umweltverträglichkeit. Denn auch im Bereich der Händetrocknung wird mehr und mehr auf eine umweltschonende Herstellung entsprechender Systeme geachtet, wie Papiertücher, Stoffrollen oder Heißlufttrockner.
Im Folgenden sollen die zu diesem Thema gesammelten Informationen wiedergegeben werden.
   
Es gibt diverse Untersuchungen, die sich unterschiedlichen Händetrocknungssystemen im Hinblick auf ihre Umweltverträglichkeit widmen. Sie lassen sich so zusammefassen, dass keines der Systeme die Umwelt mehr oder weniger belastet oder als besonders umweltschonend hervorzuheben ist.


Untersuchungsergebnis


Trotz zunehmenden Interesses am Thema Umweltverträglichkeit ist die Anzahl der Untersuchungen im Bereich Händetrocknung sehr überschaubar. Von diesen wenigen Studien ist wiederum nur eine von einer unabhängigen Institution in Auftrag gegeben worden.

Die Ergebnisse zweier Studien sind besonders hervorzuheben:
  • Eine Ökobilanz von drei Händetrocknungs-Systemen im Vergleich der University of Utrecht, die von der Dutch Environmental Association im März 1995 in Auftrag gegeben wurde.
  • Eine Ökobilanz von Händetrocknungs-Systemen, in der Stofftücher mit Papiertüchern verglichen wurden, die vom Öko-Institut im Auftrag der European Textile Services Association im Juli 2006 vorgenommen wurde.


Ökobilanz 1: drei Händetrocknungssysteme im Vergleich (1995)


Die Universität Utrecht führte im Auftrag von der Dutch Environmental Association bereits im Jahr 1995 eine Ökobilanz zu drei verschiedenen Händetrocknungssystemen durch. Obwohl die Studie vor über zehn Jahren erstellt wurde, gelten ihre Ergebnisse nach wie vor. Denn die Systeme von damals unterscheiden sich kaum von den heutigen. Verändert hat sich lediglich Design und Technik, die den Papierverbrauch gesenkt haben. Das Untersuchungsergebnis der Universität Utrecht ist somit immer noch aktuell. Das Fazit lautete: Die drei verglichenen Systeme wirken sich gleichermaßen auf die Umwelt aus.
 

Ökobilanz 2:  Stofftücher versus Papiertücher (2006)


Aus dem Jahr 2006 stammt eine Untersuchung des Öko-Instituts, die von der European Textile Services Association (E.T.S.A.) in Auftrag gegeben wurde. Hier wurden zwei Systeme im Hinblick auf ihre Umweltverträglichkeit miteinander verglichen: Stoffhandtücher auf Rollen und Papierhandtücher. Im Ergebnis dieser Studie schnitten die Stoffhandtücher bezüglich ihrer Umweltfreundlichkeit besser als die Papierhandtücher ab. Bei genauerer Betrachtung können bestimmte  Gesichtspunkte der Untersuchung auch anders interpretiert werden und das Ergebnis verändern. Darunter fällt:

A.    Externe Expertise
Teil des Vergleichs ist eine externe Studie, die vom Öko-Institut angefragt
wurde und die die eigenen Untersuchungen von außen   beurteilen sollte. Ein Expertenkomitee der FORCE Technology, Dänemark und der ERM, England, kam zu dem Ergebnis, dass sich, bei genauerer Betrachtung der in der Ökobilanz herangezogenen Hauptbeurteilungskriterien und -annahmen, keines der beiden miteinander verglichenen Handtrocknungssysteme die Umwelt mehr oder weniger belastet.
Daher empfiehlt das Expertenkomitee dem Verband, bei der Veröffentlichung und Nutzung der Daten aus der in Auftrag gegebenen Ökobilanz immer anzugeben, wo man diese Bilanz beziehen kann, und auch auf die kritische Studie des Expertenkomitees zu verweisen.

B.    Vervollständigung der Untersuchungsparameter für Stoff- und Papierhandtücher

Das European Tissue Symposium (ETS) hat die von der E.T.S.A. beauftragte  Ökobilanz ebenfalls analysiert und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Stoffhandtücher auf Rollen nicht besser bewertet werden können als Papierhandtücher in Bezug auf ihre Umweltverträglichkeit. So gab es verschiedene Kritikpunkte an den in der Bilanz herangezogenen, Untersuchungsparametern.

Die Kritikpunkte an der von der E.T.S.A. in Auftrag gegebenen Ökobilanz können wie folgt zusammengefasst werden:

1.   
Der in der Bilanz angewendete Hauptparameter zur Untersuchung von Papierhandtüchern liegt bei 4 Gramm pro Tuch. Tatsächlich jedoch werden in Europa Papierhandtücher mit einem Gewicht von 2-3 Gramm vermarktet.

2.   
Ein weiterer sehr wichtiger Parameter, der das Ergebnis stark beeinflusst hat, ist die Annahme, dass bei der Händetrocknung mit einer Stoffhandtuchrolle nur einmal an der Rolle gedreht werden muss und im Gegensatz dazu 2 Papiertücher verwendet werden. Beobachtungen haben jedoch gezeigt, dass realistischer von durchschnittlich 1,5 bis 2 Handzügen bei Stoffrollenhandtüchern auszugehen ist.

3.   
Des Weiteren basiert das Ergebnis der Ökobilanz auf der Annahme, dass Papiertücher verwendet werden, die entweder aus 100 Prozent Zellstoff oder aus einer Mischung von 50 Prozent Zellstoff und 50 Prozent recyceltem Material bestehen. Tatsächlich jedoch wird ein Grossteil der in Europa vermarkteten Papierhandtücher aus 100% recyceltem Material hergestellt.

4.   
Außerdem fehlen in der Bilanz folgende, für die Umwelt besonders wichtige Einflüsse: der Abfluss und die Verdampfung von Düngemitteln und Pestiziden bei der Produktion von Stoff.


Ergebnis


Das ETS bestätigt, basierend auf den oben genannten Untersuchungen und Prüfungen, dass kein Händetrocknungssystem die Umwelt mehr oder weniger belastet oder im Vergleich als besonders umweltschonend hervorzuheben ist.

Für die Umweltverträglichkeit des einen oder anderen Systems ist maßgeblich der Verbrauch verantwortlich. Das bedeutet, dass eine Vermeidung von Mehrverbrauch den meisten Einfluss auf die Umwelt hat und somit der wichtigste Faktor im Hinblick auf die Umweltverträglichkeit von Händetrocknungssystemen darstellt.

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